Wenn im Wald der Ruf „ Baum fällt“ erschallt, zeigt die Fällraupe Moritz ihr Können. In den vergangenen Jahren hat sie sich zu einem vielseitigen Allrounder im Forstbetrieb gemausert.
Für unseren Praxisreport besuchten wir die Firma Bredenstein in Wellingholzhausen, um zwei der Pfanzelt-Forstraupen im Einsatz zu begleiten. Besonders die kalte Jahreszeit ist ideal für Waldarbeiten. So treffen wir die beiden Mitarbeiter Manuel Stolle und Fabian Oberniehaus sowie den Betriebsleiter Christian Bredenstein, die mit den zwei Raupen in einem Buchenbestand am Fuße des Wiehengebirges Stämme rücken und Kronenholz aufarbeiten.
Als besonders nützlich erweist sich die Raupe, wenn das Team als sogenannte Rotte arbeitet: Während zwei Teammitglieder die Bäume fällen, rückt eine dritte Person mit dem Traktor nach. So können die Fäller bereits mit dem Moritz vorausgehen und weiter arbeiten, ohne auf den Traktor warten zu müssen.
Das schätzt besonders Mitarbeiter Manuel Stolle: „Ich kann mit dem PM trac in Ruhe den Auftrag zu Ende rücken, während die beiden Kollegen bereits zum nächsten Kunden weiterfahren können.“
Es zeigte sich jedoch schnell, dass der Moritz viel mehr kann, als Fällen und Rücken. Ausgestattet mit dem Dreipunkt-Anbauraum der Kat. I und einer 540er Zapfwelle bietet er enorme Flexibilität und erreicht dank seiner kompakten Größe und dem Raupenfahrwerk auch schwer zugängliche Stellen. Anfänglich als Wintermaschine gedacht, leistet die Forstraupe nun ganzjährig rund 350 bis 400 Betriebsstunden.
„Entgegen unserer ursprünglichen Kalkulationen kommt die Raupe nämlich nicht nur im Forst zum Einsatz, sondern sie unterstützt auch unsere Garten- und Landschaftsbau-Kollegen im Betrieb - diesen Einsatzzweck hatten wir vorher gar nicht auf dem Schirm “, freut sich Christian Bredenstein über die gelungene Investition.
2020 hat Pfanzelt die Produktion des kleinen Fr 50, aufgrund der Abgasnorm eingestellt. Ihm folgen die beiden Modelle Fr 70 und Fr 75. Seit Sommer vergangenen Jahres gehört ein Moritz Fr 75 zum umfangreichen Maschinenpark bei Bredenstein. „Mit der Zeit kam dann doch der Wunsch nach mehr Leistung auf, vor allem was den Einsatz mit dem Häcksler betrifft. Da braucht es schon ein paar mehr PS“, so Fahrer Fabian Oberniehaus.
Das Konzept der Raupe ist gleich geblieben, aber unter dem Blechkleid hat sich eine Menge getan: Die FR 75 wird nun von einem Deutz Vierzylinder-Dieselmotor mit Turbolader und 75 PS angetrieben. Außerdem arbeitet die Maschine nicht mehr nur mit einer Hydraulikpumpe, sondern mit einer getrennten Fahr-, Bord-, und Leistungshydraulik.
Auch die Zugkraft der Forstseilwinde wurde nochmals erhöht auf starke 7,2 t. „Das merkt man im Einsatz sofort, die neue Raupe zieht mehr weg als die alte“, so Stolle. Ebenso haben die Laufwerke eine Überarbeitung erfahren. Während die Ketten früher mechanisch gespannt wurden, erfolgt das bei der neuen Generation über die Leiträder hydraulisch. So gehört das frühere gelegentliche Abspringen der Ketten der Vergangenheit an.
„Besonders in Gebieten mit empfindlichen Böden oder Wäldern ohne nennenswerte Rückegassen setzen wir den Moritz gerne in Verbindung mit einem Rückepferd ein“, wie Christian Bredenstein bemerkt. Diese Kombination erweist sich als äußerst vorteilhaft in der ökologischen Waldwirtschaft, da beide zusammen effizient und bodenschonend arbeiten. Somit können auch schwierige Flächen nachhaltig bearbeitet werden.
„Inzwischen sind wir sogar so weit, dass manche Kunden explizit auf den Raupeneinsatz bestehen, weil ihnen der Waldboden so wichtig ist“, berichtet Christian Bredenstein. Zudem macht ihre leise Arbeitsweise sie für kritische Blicke der Bevölkerung nahezu unauffällig.
Typisch für Waldlandschaften sind Steigungen und Hänge, und auch da zeigt der Moritz seine enorme Steigfähigkeit. Mit dem hydraulisch um 40 cm verstellbaren Fahrwerk und der Bodenfreiheit von 32 cm kommt der Moritz überall hin. Die Steuerung von Fahrzeug und Seilwinde erfolgt komplett per Funk. Dank Zapfwelle, Dreipunktaufhängung der Kat. I und sechs Steuergeräten ist er optimal für Geräte wie Mulcher, Mäher, Häcksler und Wurzelfräse geeignet. Die Reichweite beträgt dabei weit über 200 m, viel mehr als in der Praxis wirklich erforderlich: „Meist steht man doch mehr oder weniger direkt daneben“, so Manuel Stolle. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 6 km/h und der Fähigkeit, sich auf der Stelle zu drehen, bietet der Moritz maximale Flexibilität im Einsatz. „Die Arbeit macht richtig Spaß mit dem kleinen Flitzer“, schwärmt Fahrer Fabian.
Fazit
Insgesamt vereinen die Pfanzelt Forstraupen beeindruckende Technik mit praktischer Vielseitigkeit, was sie zu einem treuer Begleiter für jede forstwirtschaftliche Herausforderung macht. Und auch im Gartenbau macht sich der kleine Flitzer oft nützlich, gerade wenn die Zufahrt der Gärten klein ist. Die Investition in die beiden Forstraupen von Pfanzelt hat sich für die Bredenstein GmbH als äußerst lohnend erwiesen. Die Maschinen erweitern die Einsatzmöglichkeiten im Forstbetrieb erheblich und tragen entscheidend zur Erhöhung der Arbeitssicherheit bei der Fällung von Starkholz bei. Zudem zeichnen sich die Maschinen durch eine hohe Robustheit aus.
Maria Henkemeier
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