Donnerstag, 26. Januar 2017

logLINE Rückeanhänger Testbericht


Im Frühjahr 2015 präsentiert, hat sich die logLINE Baureihe der Pfanzelt Rückeanhänger mittlerweile gut im Pfanzelt Produktprogramm eingefunden. Die drei Topmodelle mit Nutzlast zwischen 13 und 17 Tonnen versprechen kompromisslose Leistung und schlagkräftige Wirtschaftlichkeit sowohl auf der Forststraße als auch im Bestand. 

Im Sommer 2016 hat sich die Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" den Rückeanhänger in einem Praxistest genauer angesehen und dazu in der aktuellen Ausgabe einen ausführlichen Testbericht mit dem Titel Der Forstprofi veröffentlicht.









Folgende Punkte wurden von den Testern positiv bewertet:
  • robuste Bauweise
  • Funksteuerung
  • Rungenbänke ausziehbar
  • Hubkraft und Reichweite von Kran
  • geschützte Hydraulikleitungen
  • Standsicherheit durch Abstützung
  • gute Geländetauglichkeit
  • Wartungspunkte
  • rutschsicheres Podest


Der komplette Testbericht kann hier nachgelesen werden.



Mittwoch, 21. Dezember 2016

Reportage: Verkehrssicherung am Schloßberg

Die Pfanzelt-Fällraupe Moritz Fr50 im Praxiseinsatz


Die Fällraupe Moritz wurde erstmals auf der KWF-Tagung2016 im ostbayerischen Roding vorgestellt. Nur wenige Monatenach Markteinführung setzt der Baumpflege- und ProblemfällungsbetriebLautenschlager eine der Raupen in der Oberpfalz ein.

Der Schloßberg in Regenstauf, der sich rund 95 Meter über dem Regenfluß erhebt und dessen Gipfel früher eine stattliche, wehrhafte Burganlage krönte, ist heute mit Turm, Gaststätte und Schloßgarten ein vielfältiges Naherholungsgebiet. Vor wenigen Jahren wurden nach dem Konzept „Geschichte trifft Natur“ ein abwechslungsreicher und informativer Naturerlebnisraum mit gut ausgebauten Spazierwegen sowie ein neues Informationszentrum errichtet. Die Pflege und Verkehrssicherung der kilometerlangen Spazierund Wanderwege in dem rund 40 Hektar großen Gebiet sind eine Herausforderung.

Viele schmale Wanderwege

Der Unternehmer Martin Lautenschlager ist mit seinem Team seit über 20 Jahren mit der Pflege und Verkehrssicherung der Wege, Plätze und Häuser unterhalb des Schloßberges beauftragt. „Früher haben wir für die Seilsicherung bei Gefahrbaumfällungen einen Skidder oder einen Systemschlepper mit Seilwinde eingesetzt,“ erinnert sich Lautenschlager. „Die Einsatzmöglichkeiten der Großtechnik waren allerdings auf den schmalen Wanderwegen stark beschränkt, deswegen mußten häufig Bäume mittels Handseilzug oder Seilklettertechnik gefällt werden. Die Sicherung und der Abtransport des Stammaterials und der Äste waren dabei eine zusätzliche Herausforderung.“
Auf einem PKW-Anhänger lässt sich die Raupe einfach transportieren.

Für diese und weitere Einsätze bei Problemfällungen, bei denen eine Seilwinde benötigt wird, hat Lautenschlager vor kurzem in eine Pfanzelt- Fällraupe Moritz Fr50 investiert. Überzeugt hat ihn neben der kompakten Bauweise und dem geringen Eigengewicht auch das variable Fahrwerk. Alle diese Eigenschaften konnten bei einem Verkehrssicherungseinsatz auf dem Schloßberg anschaulich demonstriert werden. Dank der kompakten Abmessungen mit einer Länge von 2.200 Millimetern und einer Breite von nur 1.100 Millimetern sowie einem Gewicht von 1.400 Kilogramm läßt sich die Raupe einfach und flexibel auf einem Pkw-Anhänger zum Einsatzort transportieren. Einen zusätzlichen Schlepper muß Lautenschlager deshalb nicht mehr zu Arbeitsstelle fahren. „Das spart Zeit und Geld – außerdem können wir somit flexibler agieren und auch über Schnellstraßen und Autobahnen die Einsatzorte anfahren“, merkt Lautenschlager an.



Variables Fahrwerk

Nach dem Abladen fährt die Raupe auf dem schmalen Wanderweg zum Einsatz. Spätestens dabei wird klar, daß dieser Weg für einen Schlepper ungeeignet wäre. Der proportionale Fahrantrieb mit zwei Geschwindigkeitsstufen und einer Höchstgeschwindigkeit von acht Kilometer pro Stunde ermöglicht ein an die Gehgeschwindigkeit angepaßtes Fahren und ein zügiges Vorankommen: Bereits nach wenigen Minuten sind die 500 Meter Anfahrtsweg geschafft. Bevor die Seilarbeit beginnt, verbreitert Lautenschlager die variable Spur des Fahrwerkes. Für bessere Standsicherheit bei der Seilarbeit und beim Rücken im Hang kann das Raupenfahrwerk hydraulisch auf 1.500 Millimeter Außenbreite verschoben werden. Für den Transport und bei der Arbeit in engen Beständen wird das Fahrwerk wieder eingefahren.
Wenn die Fällraupe bei einem Einsatz den Weg verlassen muß, um einer Rückegasse zu folgen, kommt ihr der niedrige Schwerpunkt sowie das für diesen Einsatz angepaßte Fahrwerk mit einem Böschungswinkel von 45 Grad an Front und Heck zugute. Mit einen Bodendruck von 0,30 Kilogramm pro Quadratzentimeter läßt sich die Raupe auch problemlos auf sensiblen Böden einsetzen. Martin Lautenschlager hängt nun den ersten Baum für die Sicherheitsfällung an. Nachdem er die Raupe plaziert hat und sich das Polterschild fest in den vereisten Boden drückt, wird das Seil am Baum angebracht. Seilwinde und Fahrbetrieb bedient er anschließend über eine Funksteuerung, mit der sich alle Funktionen steuern lassen.

Ingesamt vier Ankerpunkte am Rahmen ermöglichen das Fixieren der Raupe im Gelände. Die Steuerung der Fällraupe erfolgt komplett über Funk.


Fünf Tonnen Zugkraft

Die Forstseilwinde der Fällraupe hat eine Zugkraft von 50 Kilonewton und eine Seilkapazität von 110 Metern. Für unterschiedliche Einsatzzwecke läßt sich die Geschwindigkeit variieren, zwei Geschwindigkeitsstufen sind über Funk vorwählbar. Professionell und mit höchster Sicherheit seilt Martin Lautenschlager mehrere Bäume um. Zwei große Kiefern neigten sich gefährlich über den Wanderweg und ließen sich nicht direkt fällen. Zudem mußte eine vom Borkenkäfer befallene Fichte entfernt werden. Im Anschluß werden die Stämme motormanuell aufgearbeitet und mit der Fällraupe zu einem Lagerplatz gerückt, von dem sie später abtransportiert werden. Jetzt wird ersichtlich: Der Moritz ist flexibel einsetzbar – neben der Arbeit als Fällhilfe läßt sich die Raupe auch bei Vorlieferarbeiten nutzen. Im Anschluß lädt Lautenschlager seine Arbeitsmittel wie Motorsäge, Kanister und weiteres Material wieder in die großen Staufächer der Raupe und fährt sie zurück zum Pkw-Anhänger. Es ist erst kurz vor Mittag und der Arbeitstag noch nicht beendet – eine weitere Sicherheitsfällung wartet in der Innenstadt von Regensburg.

Freitag, 5. August 2016

Welche Forstraupe für welche Arbeit? (Ausschnitt Fachartikel der Fachzeitschrift Forst und Technik)

Forst und Technik hat sich auf der KWF-Tagung in Roding die unterschiedlichen Leistungsmerkmale und Einsatzgebiete von acht Forstraupen angeschaut.

Die kleinen Forstraupen erfreuen sich in jüngster Zeit immer größerer Beliebtheit. Natürlich erreichen sie nicht die Leistung und Geschwindigkeit großer Forstschlepper, aber dank ihrer hohen Geländegängigkeit bei gleichzeitig niedrigem Bodendruck erweisen die kompakten Maschinen nützliche Dienste, wenn sie bei erweiterten Rückegassenabständen zum Vorliefern motormanuell gefällten Holzes in die Kranzone des Harvesters eingesetzt werden. Daneben lassen sie sich als Fällhilfe bie der seilutnerstützten Holzernte einsetzen oder zum Rücken kleinerer Holzmengen. Um bodenschonende Holzerntetechniken zu fördern, bezuschusst der Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg beispielsweise auf den Kauf solcher Maschinen mit 20% der Anschaffungskosten.



Der preiswerte Allrounder
Pfanzelt Maschinenbau (www.pfanzelt-maschinenbau.de) stellte die Fäll- und Rückeraupe Moritz Fr50 vor. Mit einer Länge von 2.200 mm, einer Breite von 1.100 mm und einem Gewicht von 1.400 kg ist die Maschine sehr kompakt gebaut und lässt sich auf einem Pkw-Anhänger oder auf der Ladefläche eines Transporters umsetzen. Der proportionale Fahrantrieb erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h und die Raupe ist mit einer 5,5-t-Forstseilwinde mit 120 m Seilkapazität ausgestattet. Wie bei allen hier vorgestellten Maschinen werden Fahrzeug und Seilwinde über eine Funkfernsteuerung bedient. Eine Besonderheit der Moritz Fr50 ist das variable Fahrwerk, das für eine bessere Standsicherheit bei der Seilarbeit und beim Rücken hydraulisch auf 1.500 mm verbreitert werden kann, während des Transport und für die Arbeit in engen Beständen wieder eingefahren wird. Pfanzelt sieht die Einsatzmöglichkeiten seiner Maschine überall dort, wo zur Unfallverhütung z. B. bei Sicherheitsfällungen eine Seilwinde benötigt wird und natürlich als Rückeraupe für Vorlieferarbeiten. Mit dem Bodendruck von 0,30 kg/cm³ kann die Fällraupe problemlos auf sensiblen Böden eingesetzt werden.
Der Landesbetrieb Forst Brandenburg führte die Pfanzelt-Rückeraupe auf der KWF-Tagung bie einem Exkursionspunkt vor, bei dem es um die hochmechanisierte Holzernte bei erweiterten Gassenabständen ging. Der vom Harvester nicht erreichbare Teil des Zwischenblocks wurde motormanuell gefällt und entweder zum Rohschaft aufgearbeitet oder beim Nadelholz nur gezopft. Die Rückeraupe wurde danach zum Vorliefern eingesetzt, damit die Stämme vom Harvester aufgearbeitet und schließlich mit dem Forwarder an den Waldweg gerückt werden können. Forst Brandenburg will die immer geringeren motormanuellen Hiebsmengen zukünftig durch hochprofessionelle und optimal ausgestattete Waldarbeiterrotten realisieren. Jede Rotte soll dafür mit einer kleinen Rückeraupe ausgestattet werden, die nicht nur zum Vorliefern, sondern auch als sogenannter UVV-Schlepper in der Starkholzernte und bei Verkehrssicherungsarbeiten dienen soll.

Donnerstag, 14. Juli 2016

SVLFG Kurzholzkatapult Vorführung während Pfanzelt Jubiläumsfeier

Im Rahmen der großen Pfanzelt Jubiläumsfeier wird an mehreren Ständen über die Gefahren und Risiken bei der Waldarbeit aufgeklärt. Neben einem Seiwlindenprüfstand der KWF und einem Fachforum zeigt die SVLFG live unter anderem mit einem Kurzholzkatapult was beim Seilen von Kurzholz alles passieren kann.



Besuchen Sie die Pfanzelt Jubiläumsfeier am 23. und 24. Juli 2016 
Weitere Informationen unter www.pfanzelt-maschinenbau.de

Freitag, 8. Juli 2016

Moritz on Tour

Nach der ersten Präsentation der Pfanzelt Fällraupe Moritz Fr50 auf der KWF Tagung in Roding, sind wir ab nächster Woche unterwegs um euch die Fällraupe live im Einsatz zu zeigen. Von Dienstag an sind wir in der Mitte Deutschlands unterwegs bei verschiedenen Vorführungen. Ihr wollte dabei sein? Dann meldet euch bei uns. http://www.pfanzelt-maschinenbau.de/kontakt.html?r=0

Videobericht zum Einsatz des Moritz auf der KWF Tagung



Montag, 27. Juni 2016

Moritz Fr50 überzeugt auf der KWF Tagung

Für die Präsentation der neuen Pfanzelt Fällraupe Moritz Fr50 war die KWF Tagung 2016 in Roding ein voller Erfolg. Wir freuen uns über das große Interesse an der neuen Fällraupe und bedanken uns bei den vielen Interessenten, die uns sowohl auf unserem Messestand als auch im Exkursionsgelände besucht haben. Im Exkursionsbereich der KWF Expo wurde die Fällraupe durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg vorgestellt, der auch der Eigentümer des dort gezeigten Modells ist.

Auch bei der großen Demoshow auf dem Pfanzelt Messestand wurde die Raupe live im Einsatz vorgeführt und konnte vor großem Publikum beweisen was in ihr steckt.
Das Konzept der neuen Maschine ist ausgelegt für flexible Einsatzmöglichkeiten bei unterschiedlichen Arbeitsanforderungen. Überall dort wo zur Unfallverhütung, z.B. bei Sicherheitsfällungen, eine Seilwinde benötigt wird, ist die neue Fällraupe das ergänzende Arbeitsmittel für mehr Sicherheit bei der Waldarbeit. Auf Grund der schmalen Fahrzeugbreite bei eingefahrenen Raupenlaufwerken kann die Raupe optimal auch für Problemfällungen in Stadt- oder Gartenanlagen eingesetzt werden.
Ein weiteres Einsatzgebeite der neuentwickelten Fällraupe sind Vorlieferarbeiten. Hierbei kann die Raupe auch bei Arbeiten in anspruchsvollem Gelände, Hanglagen und in Beständen mit sensiblen Böden überzeugen.
Die kompakte Raupe, die zudem nur 1,3 Tonnen wiegt, kann unproblematisch, schnell und effizient auf einem PKW Anhänger bzw. der Pritsche eines Transporters zum Einsatz transportiert werden.



Sie möchten die Fällraupe live im Einsatz sehen und selbst ausprobieren?
Besuchen Sie uns im Rahmen der großen Pfanzelt Jubiläumsfeier anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums am 23. und 24. Juli 2016 und starten Sie mit Moritz in den Testparcour.

Dienstag, 26. April 2016

Drum prüfe, wer Holz daran bindet (Ausschnitt Fachartikel der Fachzeitschrift Forstmaschinenprofi)

Die zuverlässige Prüfung von Seilwinden ist nur mit einem Meßstand möglich


Zu jeder Seilwinde gehört ein Prüfbuch. Doch viele Winden werden nicht geprüft; die meisten kommen sogar schon mit abweichenden Zugkräften aus dem Werk. Die Folge können schwere Unfälle sein, bei denen Seilwindenbetreibern hohe Schadensersatzforderungen drohen. Das mobile Winden-Prüfsystem „RiBaDe“ schafft Abhilfe, nur gibt es zu wenige dieser Prüfstände. Jetzt drängen auch andere Hersteller in den Markt.

An einem eisigen Wintertag im Jahr 2008 führten Ernst Riedel und Ekkehard Debnar bei der Firma Schlang & Reichart im Allgäu die GS- und KWFGebrauchswert- Prüfung einer Forstseilwinde durch. Insbesondere die Ermittlung der Bremshaltekraft bereitete dabei große Probleme. Für diese Messung stand den beiden Technikern kein Prüfinstrument zur Verfügung, denn ein solches Gerät gab es damals noch nicht. Stattdessen wurden die Brems- und Zuglasten mit Fremdsystemen wie Gabelstaplern und tonnenschweren Gewichten aufgelastet, die mit dem komplett ausgerollten Seil der Winde verbunden waren. An jenem Tag im Allgäu flogen manche Hilfsmittel und die Zugseile bei den meisten Meßversuchen jedoch unkontrolliert durch die Gegend, so daß Riedel und Debnar die Prüfung nur unter unzumutbaren, sehr gefährlichen Umständen abschließen konnten.

Schließlich endete der kalte Wintertag nach einer leiblichen Stärkung und einem Gang in die Pfarrkirche St. Martin zur Danksagung für einen chaotischen Prüftag, der jedoch ohne Personenschäden blieb, bei Weizenbier in einem Wirtshaus. „Wir brauchen einen Windenprüfstand“, stellten die beiden nach dem ersten Zuprosten ernüchtert fest und skizzierten auf einem Bierdeckel einen ersten Entwurf. Am Ende des Abends standen acht Weizen auf der Rechnung und vor Ernst Riedel und Ekkehard Debnar lagen zwanzig bemalte Bierdeckel mit den Konstruktionsplänen eines Windenprüfstands. Diese Winternacht war die Geburt des Windenprüfsystems RiBaDe, das in den folgenden zwei Jahren bis zur Marktreife entwickelt wurde.
Der Name RiBaDe entstand aus den Initialen seiner Entwickler: Ernst Riedel von der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (SVLFG), dem Landmaschinenmechanikermeister Johannes Baur, der den Prüfstand als Teilhaber der Firma Schick & Baur Landtechnik in Achstetten in die Praxis umsetzte, und Prüfingenieur Ekkehard Debnar vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF).

Hohe Haftung bei Unfällen

Bei der Anschaffung einer Seilwinde erhält jeder Käufer ein Prüfbuch, denn Seilwinden müssen einmal jährlich durch eine befähigte Person auf die einwandfreie Funktion der Sicherheitseinrichtungen und eventuelle Schäden überprüft werden, genauso wie alle Hub- und Zuggeräte. In der Praxis unterbleiben diese Prüfungen jedoch oft. „Sogar neue Seilwinden weisen häufig erhebliche Mängel auf“, weiß Ekkehard Debnar aus 35jähriger Prüfpraxis für das KWF. „Bei rund 80 Prozent auch der werksneuen Forstwinden stimmt die Zugkraft nicht. Entweder ist sie zu hoch oder zu niedrig.“ Beides kann sich beim Betrieb der Winde fatal auswirken: Ist die Zugkraft zu hoch, drohen Beschädigungen wie Seilbrüche während der Arbeit, ist sie zu niedrig, kann sich ein Windenbenutzer auf die verfügbare Zugkraft und das Halten der geseilten Lasten nicht verlassen. Deshalb sollen neue Winden künftig nur noch mit einem dazugehörigen Prüfprotokoll verkauft werden dürfen. Eine der wenigen Firmen, die werksneue Winden bereits prüft und dem Käufer ein Prüfprotokoll aushändigt, ist das Unternehmen Pfanzelt Maschinenbau aus Rettenbach im Allgäu.
Die Prüfung einer Seilwinde ist nach den Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften auch nach einer Reparatur nötig, um die Werkseinstellungen wiederherzustellen. Die regelmäßige Prüffrist beträgt bei Winden im Profieinsatz ein Jahr. Bei sogenannten Bauernwinden, die von Landwirten überwiegend nur während der Winterarbeit genutzt werden, oder bei Winden im privaten Einsatz, werden Prüffristen von zwei Jahren akzeptiert. Die Nichteinhaltung der Prüffristen kann im Profieinsatz dazu führen, daß ein Unternehmer bei der Arbeit in zertifizierten Wäldern von der Auftragsvergabe ausgeschlossen wird. Außerdem drohen empfindliche Bußgelder und Regreßforderungen des Unfallversicherers, wenn sich Mitarbeiter des Unternehmers bei der Arbeit mit einer ungeprüften Winde verletzen. Bei privaten Holzmachern können die Folgen sogar noch drastischer sein: Kommt ein Dritter bei der Arbeit mit einer ungeprüften Seilwinde zu Schaden, wird der Windenbesitzer haftbar gemacht.
Sachkundige, die eine Prüfung vornehmen dürfen, sind befähigte Personen mit Fachkenntnissen. Das bedeutet: Die Prüfperson muß eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, über Berufserfahrung im Umgang mit Seilwinden verfügen und einer ähnlichen beruflichen Tätigkeit nachgehen. Das kann beispielsweise die Durchführung von mehreren Windenprüfungen pro Jahr sein, um regelmäßige Prüfpraxis zu erlangen. Im Prinzip können befähigte Privatpersonen ihre eigene Winde selbst prüfen. Das setzt allerdings einen Sachkunde-Nachweis voraus, für den die SVLFG Lehrgänge anbietet sowie geeignete Meßinstrumente wie einen Seilwindenprüfstand. Weil solche mobile Prüfstände jetzt vorhanden sind, werden immer mehr Windenhändler damit ausgestattet. Die Einweisung zur richtigen Prüfmethode muß von den Windenherstellern erfolgen.

Sicht- und Funktionskontrolle

Die Prüfung beinhaltet eine Sicht- sowie eine Funktionskontrolle. Bei der Sichtkontrolle werden unter anderem der Zustand und die Vollständigkeit des Gerätes, der Seilrollen, des Seils sowie die gesamte Tragkonstruktion begutachtet. Verschleiß, Korrosion und Beschädigungen werden dabei ebenso bewertet wie der Zustand der elektrischen Anlage und der Hydraulikkomponenten. Außerdem müssen alle Sicherheitseinr i chtungen der Winde wirksam sein, genauso wie eine eventuell vorhandene Funkfernsteuerung. Zu der Funktionsprüfung gehören die Messung der maximalen Zugkraft, die Bremsüberschneidung mit der Reaktionszeit von Kupplung und Bremse sowie die Ermittlung der erforderlichen Bremshaltekraft. Gerade diese Brems-/KupplungsÜberschneidung der Seilbrems- und -haltekraft muß an jeder Winde optimal eingestellt sein, um ein ungewolltes Zurücklaufen der Last nach dem Beiziehen zu verhindern.
Die Prüfung der maximalen Windenzugkraft ließ sich bislang auch ohne Prüfstand durchführen. Dazu wurde beispielsweise eine Zugwaage an das Windenseil montiert, der Wert abgelesen und im Prüfbuch notiert. Die Bremshaltekraft ließ sich ebenfalls mit Hilfe einer weiteren Kraftquelle messen. Das konnte ein Schlepper oder ein Gabelstapler sein, die für den nötigen Gegendruck sorgten. Diese Verfahren waren aber äußerst unzuverlässig und gefährlich für den Prüfer. Hinzu kam ein sehr hoher Material- und Zeitaufwand, eine Prüfung mit diesen Methoden konnte bis zu einem Tag dauern und war deshalb sehr teuer. Eine definierte Bremsüberschneidung ließ sich ohne Prüfstand allerdings nicht messen. Bis zur Entwicklung des Systems RiBaDe tolerierten das KWF als GS-Prüfstelle und die Berufsgenossenschaften derartige Messungen. Seitdem sich die Werte mit dem RiBaDe-Prüfstand elektronisch messen und aufzeichnen lassen, gilt das aber nicht mehr. Denn der Bremsweg zählt zu den wichtigsten Funktionen einer Winde. Wenn das Seil von Ziehen auf Halten umgestellt wird, muß die Bremse sofort greifen und das gezogene Holz unmittelbar liegenbleiben. Das gilt um so mehr beim Beiseilen von Holz in Hängen und Steillagen, damit schwere Stämme einen Abhang nicht unkontrolliert herunterrutschen können. Solch „schießendes Holz“ kann sogar einen Seilwinden- Schlepper mitreißen.
Um solche Unfälle zu vermeiden, muß die Windenbremskraft mindestens das 1,25fache der maximalen Zugkraft betragen. Bei der Prüfung einer Vier-Tonnen-Seilwinde beispielsweise wird die Bremseinrichtung mit einer Kraft von 50 Kilonewton, das entspricht fünf Tonnen, belastet. Dabei wird beim System RiBaDe diese über die maximale Windenzugkraft hinaus erhöhte Belastung mit einer Hydraulikeinheit unter langsam erhöhter Belastung manuell aufgebracht.

Prüfung in nur 15 Minuten

Die Prüfung mit dem System RiBaDe erfolgt in der Regel auf der untersten Seillage auf dem Trommelkern, weil nur dann die maximale Zugkraft erreicht wird. Nur in Ausnahmefällen dürfen Prüfungen in der oberen Seillage durchgeführt werden; RiBaDe kann grundsätzlich sogar in jeder Seillage prüfen. Windenseile aus Kunststoff sind zur Prüfung nicht zugelassen, weil sie sich weiter dehnen als Stahlseile und die Meßergebnisse verfälschen. Sie müssen durch ausreichend feste Prüfseile aus Stahl ersetzt werden.
Zur Prüfung wird das Seil bis auf drei Umwicklungen komplett von der Seiltrommel gezogen. Dabei begutachtet der Prüfer das Seil gleichzeitig auf Beschädigungen. Der Seilanfang wird anschließend mit mindestens drei Umschlingungen auf einen Spillkopf am Prüfstand gewickelt und der Windenzug in kleinen Teilschritten bis zur Nennzugkraft eingeleitet. In dieser Position werden auch die Kupplungsüberschneidung und die Bremshaltekraft mit einem hydraulischen Meßsystem und Prüfzylindern ermittelt.
Alle Daten werden in einem Meßprotokoll elektronisch erfaßt und lassen sich ausdrucken. Dieses System gilt als manipulationssicher. Der Zeitaufwand für eine komplette Prüfung mit dem RiBaBe- System beträgt nur rund 15 Minuten und kostet etwa 60 Euro.

Viel zu wenig Prüfstände

Die Anzahl der forstlichen Seilwinden in Deutschland schätzt das KWF auf über 200.000. Für deren regelmäßige Prüfung würden etwa 250 Windenprüfsysteme benötigt. Doch so viele Prüfstände sind bei weitem noch nicht vorhanden, derzeit sind nur drei Systeme auf dem Markt: das Prüfsystem RiBaDe, das Modell Ropo- Check 100, eine Entwicklung der Firma Schmid Landmaschinen aus Waldstetten aus dem Jahr 2014, sowie der zu Beginn dieses Jahres vorgestellte Seilwindenprüfstand Easy Pull G.S der Firma Unterreiner Forstgeräte. Die Anzahl der verfügbaren Maschinen ist überschaubar: Von dem System RiBaDe gibt es etwa 25 Stück, vom Ropo-Check 100 fünf und vom Unterreiner-System 17. Alle Prüfstände lassen sich transportieren, einzig der RiBaDe besitzt eine KWF-Prüfung. 
Für Windenbesitzer und -betreiber zeigt Ekkehard Debnar die Funktionsweise des RiBaDe-Systems auf den KWF-Thementagen Mitte Oktober in Groß Heins (siehe Bericht Seite 54) am Beispiel einer Fünf- Tonnen-Seilwinde.

Dieser Artikel wurde verfasst von Max Riemann und erschien in der Ausgabe 10-2015 der Fachzeitschrift Forstmaschinenprofi.

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